Ach Du meine (Wasser-)Güte: Radtour und Dialog entlang des Heidekampgrabens (Langer Tag der Stadtnatur), 11. Juni, 14-17 Uhr

Am Heidekampgraben, (c) Andrea Gerbode

Die Radtour führt uns entlang des rund 3,5 km langen Heidekampgrabens von der Spreemündung bis nach Späthsfelde. Während der Tour machen wir uns auch ein Bild vom Karpfenteich, durch den der Graben fließt. An ausgewählten Orten werden wir das Wasser und die Tierwelt untersuchen. Gemeinsam ermitteln wir ökologische Besonderheiten und Herausforderungen, stellen hierzu Anforderungen und Maßnahmen vor und besprechen mit den Teilnehmenden Lösungen für den Gewässerschutz.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Dialogreihe des verbändeübergreifenden „Aktionsnetzes Kleingewässer Berlin“ am Langen Tag der StadtNatur statt. Sie wird von der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. in Kooperation mit dem BUND Berlin e.V. AK Dreiländereck durchgeführt.

Anmeldung

Download Flyer (PDF, 638,5 kB)

 

Das Aktionsnetz Kleingewässer wird gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie.

Ein ökologisches Modell für den Preußenpark: BLN entwirft Gegenbild zu Umbauplänen des Bezirks

Großer grüner Park – Wilmersdorfer Grünzug

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf plant die großflächige Veränderung des historischen Preußenparks (Ortsteil Wilmersdorf). Diese geht mit erheblicher Versiegelung, Verkleinerung und Entfernung der Vegetation einher. Bei den Plänen hatte das Bezirksamt die Rechnung offenbar ohne die Naturschutzverbände gemacht, die die Einhaltung geltenden Naturschutzrechts und ihre Beteiligung einfordern. Premiere in Berlin – die nach Umweltinformationsgesetz zu gewährende Akteneinsicht musste der Dachverband der Berliner Naturschutzverbände, die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. (BLN), erst im Gerichtswege „erstreiten“. So erlangte sie unter anderem Einsicht in den bis dato öffentlich nicht zugänglichen „Masterplan“ für den Parkumbau, der von einem Planungsbüro im Auftrag des Bezirksamts Ende Dezember 2020 erstellt worden war. Auf Basis der Akteneinsicht hat die BLN errechnet, dass mit der Umsetzung der Pläne 11.255 qm und damit etwa 20 % des 55.000 qm großen Parks versiegelt werden würden, davon 4.130 qm und damit 7 % teilweise und 7.125 qm – 13 % vollständig versiegelt.

Der Preußenpark stellt in der hochverdichteten Innenstadt im Nordwesten Wilmersdorfs und angrenzenden Charlottenburg die einzige größere unversiegelte Fläche. Die Umsetzung der Pläne wäre außerdem mit erheblichen Verlusten an Vegetation und an Lebensraum für Tiere verbunden. Der mit den geplanten Eingriffen verbundene CO2-Ausstoß sei auch sicher nicht mit den Klimazielen des Bezirks vereinbar. Nicht nachvollziehbar in Zeiten von Wassermangel, Klimakatastrophe und Artensterben, findet Manfred Schubert, Geschäftsführer der BLN. Zudem völlig unnötig.

Denn es geht auch anders. Die BLN erarbeitet nun ein Konzept, wie stattdessen eine grüne Oase voller ökologischer Synergieeffekte in der Innenstadt geschaffen werden könnte. Eine Visualisierung sowie eine Vorstellung vor Ort im Rahmen einer Begehung sind in Planung.

Erste Kernpunkte sind die Folgenden:

  1. Parkvergrößerung
    a) Der Park wird um die angrenzende sechsspurige Brandenburgische Straße erweitert, die vom Fehrbelliner Platz bis zur Kreuzung mit der Konstanzer Straße weitest möglich entsiegelt, begrünt und in den Park einbezogen wird.
    b) Die an den Park angrenzenden Bürgersteigbereiche der Pommerschen und Württembergischen Straße werden in den Park einbezogen.
    c) Der südlich an den Preußenpark angrenzende Fehrbelliner Platz wird in die Planung integriert. Der seit August 2021 – unter Verstoß gegen das Berliner Grünanlagengesetz – an drei Wochentagen im Park provisorisch gestattete „Thai-Streetfoodmarkt“ wird auf den Platz vor dem Alten Rathaus Wilmersdorf verlegt. Auf diesem hat sich an drei anderen Wochentagen bereits ein interkultureller Streetfoodmarkt etabliert (vgl. https://www.facebook.com/StreetFoodMarkt/Berlin).
  2. Grüne Achse zum Volkspark Wilmersdorf – der „Wilmersdorfer Grünzug“: Über die Barstraße wird eine Biotopverbindung vom Preußenpark zum Fennseepark, dem westlichsten Ausläufer des Volksparks Wilmersdorf, geschaffen. Mit Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung und Einführung einer Fahrradstraße könnte auf dem sehr breiten Bürgersteig, im ersten Abschnitt bis zur Berliner Straße unter Einschluss des bisherigen Radwegs, ein entsiegelter, mit Sträuchern eingefasster, drei bis vier Meter breiter Grünstreifen mit schmalem Spazierweg geschaffen werden.
  3. Erhöhung der Vegetationsdichte im Park: Im Preußenpark wird die Vegetationsfläche durch Verschmälerung der Wegefläche möglichst vergrößert und eine dichtere, üppigere Vegetation angelegt (Wiederaufforstung mit Bäumen und Sträuchern). Ziel ist mehr Schatten, mehr Feuchtigkeit, ein kühlender Park, der sich auch auf die Umgebung auswirkt und zugleich die Artenvielfalt in der Stadt stärkt und erhält. Die wäldchenartige Struktur des Parks und die Abschirmung seiner Ränder durch Vegetation wird wiederhergestellt; auch auf dem Rasenrondell werden weitere schattenspendende große Bäume gepflanzt und einige größere Sträucher. Es werden heimische Arten gepflanzt, die Lebensraum und Nahrung für die Tierwelt bieten.
  4. Umlenkung des Dachregenwassers in den Park: Das Dachregenwasser der westlich und östlich an den Park angrenzenden Behördengebäuden (Deutsche Rentenversicherung Bund, Landesverwaltungsamt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) wird in den Park eingeleitet, um den Park zu bewässern und der fortschreitenden Grundwasserabsenkung aufgrund der hohen Flächenversiegelung in Berlin entgegenzuwirken. Hierzu leistet die Einbeziehung und Entsiegelung der Brandenburgischen Straße einen wichtigen Beitrag.
  5. Entwicklung als „naturnahe Grünanlage“: Der Park wird in Anlehnung an seinen wäldchenartigen Charakter wieder als naturnahe, vollständig unversiegelte Grünanlage entwickelt und ohne dezimierende Strauch- und Baumrückschnitte gepflegt.
  6. Einbeziehung des Parkhausdachs der Deutschen Rentenversicherung Bund: Das Dach des an den Park angrenzenden Parkhauses der Deutschen Rentenversicherung Bund wäre wie geschaffen, um dort Sport- und Aktivitätsflächen zu schaffen, für welche der Bezirk nach seinen Umbauplänen den Park weiter dezimieren will.
  7. Schutz der Grünfläche durch amtliche Parkwächter sowie umlegbare Poller oder Schranken gegen einfahrende Autos.

Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte dem Konzept.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung:

Manfred Schubert, Geschäftsführer der BLN

Downloads:
Pressemitteilung (PDF, 957,5 kB)
Konzept „Ein ökologisches Modell für den Preußenpark“ (PDF, 370,3 kB)

8. April 2022: Dialogveranstaltung Gewässeruntersuchung im Septimer Becken

 

Treffpunkt: Septimerstraße 44B, 13407 Berlin | Dauer: 12–17 Uhr

Wie geht es eigentlich dem Schwarzen Graben?
Welche Tiere leben dort und was verrät uns das über die Pestizidbelastung?

In drei Teams ermitteln wir mit wissenschaftlichen Methoden den ökologischen Zustand des
Schwarzen Grabens und das Vorkommen des darin lebenden Makrozoobenthos (Organismen
im Gewässerboden) als Indikator für die Pestizidbelastung des Gewässers.

  • Das Strukturgüte-Team beurteilt anhand zahlreicher Kriterien die Gewässerstruktur.
  • Das Chemie-Team misst die chemisch-physikalische Wasserqualität.
  • Das Makrozoobenthos-Team bestimmt die wirbellosen Tiere des Gewässergrundes.

Anhand der Ergebnisse kommen wir am Ende zu einer Gesamtbewertung des Gewässers.

Download der Einladung (PDF, 413 kb)


Das Aktionsnetz Kleingewässer wird gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie.
Die Dialogveranstaltung findet in Kooperation mit dem Projekt FLOW statt.

Den Berliner Gewässern geht es schlecht

Bündnis aus Umweltverbände fordert im „Aktionsnetz Kleingewässer“ einen besseren Schutz der Berliner Gewässer

Zum Weltwassertag fordert das Aktionsnetz Kleingewässer, bestehend aus BLN, a tip:tap, BUND Berlin, Grüner Liga Berlin, Museum für Naturkunde und NABU Berlin, den Zustand Berliner Gewässer deutlich zu verbessern. Denn den Berliner Gewässern geht es schlecht: Kleingewässer trocknen aus, Amphibien und Fischbestände gehen dramatisch zurück und von den wenigen Gewässern, an denen nach den aktuellen Planungen des Landes die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden soll, erreicht bisher keines den angestrebten guten ökologischen Zustand bzw. das gute ökologische Potenzial.

Ein Bündnis aus 19 Umweltverbänden und -initiativen hat sich zur Wassernetz-Initiative zusammengeschlossen, um gemeinsam den Zustand der Berliner Gewässer zu verbessern. Im daraus hervorgegangenen Projekt „Aktionsnetz Kleingewässer“ werden bei Dialogveranstaltungen Bürger*innen, Verwaltungen und Politik für die Probleme sensibilisiert und Lösungen erarbeitet. Konkrete Aufwertungsmaßnahmen an Gewässern werden Wasserläufe strukturreicher und Tümpel für Amphibien attraktiver machen.

Der heutige Weltwassertag der Vereinten Nationen soll alljährlich auf die Bedeutung von Wasser als Grundlage allen Lebens hinweisen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“.

Gründe des mangelhaften Wassermanagements sind vielfältig

„Sind die Grundwasserstände niedrig, leiden darunter auch die wasserabhängigen Lebensräume“, erklärt Manfred Schubert, Geschäftsführer der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz. „Am stetigen Rückgang der Amphibienbestände beobachten wir das seit Jahren und auch die Vegetation ändert sich gravierend“, so Juliana Schlaberg, Naturschutzreferentin des NABU Berlin. Die zunehmende Versiegelung, der Klimawandel, die intensive Nutzung der Gewässer und die hohe Fördermenge der Wasserwerke sind nur ein Teil der Probleme, die unsere Gewässer belasten.

Mit Wasser sparsam umzugehen und den Regenwasserrückhalt in der Stadt zu verbessern, hat die Berliner Umweltsenatorin Bettina Jarasch bereits als Herausforderung für die Zukunft erkannt. „Doch das reicht uns noch nicht“, sagt Sandra Kolberg, Geschäftsführerin der Grünen Liga Berlin, „im neuen Haushalt muss viel mehr Geld für die Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie eingestellt werden und auch die Aufwertung der Kleingewässer muss im Haushalt unbedingt berücksichtigt sein“. „Zwei der über 700 Kleingewässer sollen demnächst über das Projekt „Blaue Perlen“ renaturiert werden. Ein guter Anfang, doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, kritisiert Verena Fehlenberg vom BUND Berlin.

Beteiligung der Bürger*innen erwünscht

Alle, die bereit sind, die den Schutz unserer Gewässer mit ehrenamtlicher Arbeit zu unterstützen und zu beschleunigen, sind herzlich eingeladen an einer der nächsten Veranstaltungen des Projekts „Aktionsnetz Kleingewässer“ teilzunehmen.

Am 08.04.2022 findet im Rahmen einer Dialogveranstaltung des Projektes eine Gewässerbeprobung am Septimer Becken statt. Bei Interesse an einer Teilnahme und für weitere Informationen schreiben Sie gerne an jschlaberg@nabu-berlin.de. Weitere Termine und Informationen zum Aktionsnetz Kleingewässer finden Sie unter: https://bln-berlin.de/aktionsnetz-kleingewaesser/

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Manfred Schubert, Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz Berlin (BLN), manfred.schubert@bln-berlin.de, 030-26550864

Juliana Schlaberg, Naturschutzreferentin beim NABU Landesverband Berlin, jschlaberg@nabu-berlin.de, 030-9860837-35

Sandra Kolberg, Geschäftsführerin der Grünen Liga Berlin e.V., sandra.kolberg@grueneliga-berlin.de, 030-443391 – 0

Kim Mortega, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum für Naturkunde, kim.mortega@mfn.berlin, 0 30 889140 – 8113

Carmen Schultze, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Landesverband Berlin, 030-787900-12

Karsten Köberich, a tip: tap e.V., neuruppin@atiptap.org

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Gemeinsame Pressemitteilung der im Aktionsnetz Kleingewässer vertretenen Verbände:
a tip:tap e.V., Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz Berlin (BLN), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Landesverband Berlin, Grüne Liga Berlin, Museum für Naturkunde Berlin, NABU Landesverband Berlin. Das Projekt „Aktionsnetz Kleingewässer“ wird gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie.

Neues Projekt gestartet: Aktionsnetz Kleingewässer

 

Kleingewässer wie Bäche und Gräben sowie kleine Seen und Teiche[*] sind für das Stadtklima und als Lebensraum für Fische, Amphibien und Insekten von großer Bedeutung. In ihnen leben von Natur aus mehr Arten als auf der gleichen Fläche in größeren Gewässern. Sie sind aber auch als Erholungsorte für uns Menschen von unschätzbarem Wert und bieten natürlichen Rückhalt in Zeiten, wo zu viel oder zu wenig Niederschlag fällt.

Vielen kleinen und großen Gewässern in Berlin geht es jedoch schlecht. Es verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, die natürlicherweise in ihnen vorkommen müssten. Flüsse und Bäche sind durch Wehre für Fische und andere Lebewesen nicht passierbar. Ufer sind einbetoniert, Schadstoffkonzentrationen zu hoch und unserem Grundwasser wird zu viel Wasser für unseren täglichen Wasserkonsum entnommen, wodurch unsere Moore, Wälder und Gewässer zunehmend austrocknen. Diese Probleme zeigen, dass Berlin bisher viel zu wenig für den Gewässerschutz tut. Besonders betroffen sind die Kleingewässer, fallen sie doch oft gänzlich aus dem Fokus der Bemühungen. Dabei stellen sie den größten Anteil der mehr als 600 Wasserlebensräume in Berlin. Alleine die kleinen Wasserläufe mit einem Einzugsgebiet von unter 10 km² machen knapp 70 Prozent des 650 km langen Fließgewässernetzes unserer Stadt aus.

Mit dem Aktionsnetz Kleingewässer (gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie) möchten wir erreichen, dass wieder mehr für Kleingewässer in Berlin getan wird. Das Aktionsnetz ist ein Bündnis der Umweltverbände BLN, NABU Landesverband Berlin, BUND Berlin, Grüner Liga Berlin, Museum für Naturkunde Berlin und a tip: tap e.V., das sich mit vereinten Kräften dem Schutz von Kleingewässern widmen wird. Es ist zugleich in der bundesweiten Initiative für Kleingewässer aktiv. Das Aktionsnetz soll kontinuierlich durch interessierte Bürger*innen erweitert und gefestigt werden, die sich für Gewässer vor ihrer Haustüre einsetzen möchten.

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Das Aktionsnetz Kleingewässer wird gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie.


* Zu den Kleingewässern gehören Bäche und Gräben mit einem Einzugsgebiet von unter 10 km² sowie kleine Seen und Teiche mit einer Größe von weniger als 50 ha.