Aktionsnetz Kleingewässer

Unsere Motivation

Kleingewässer wie Bäche und Gräben sowie kleine Seen und Teiche[*] sind für das Stadtklima und als Lebensraum für Fische, Amphibien und Insekten von großer Bedeutung. In ihnen leben von Natur aus mehr Arten als auf der gleichen Fläche in größeren Gewässern. Sie sind aber auch als Erholungsorte für uns Menschen von unschätzbarem Wert und bieten natürlichen Rückhalt in Zeiten, wo zu viel oder zu wenig Niederschlag fällt.

Vielen kleinen und großen Gewässern in Berlin geht es jedoch schlecht. Es verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, die natürlicherweise in ihnen vorkommen müssten. Flüsse und Bäche sind durch Wehre für Fische und andere Lebewesen nicht passierbar. Ufer sind einbetoniert, Schadstoffkonzentrationen zu hoch und unserem Grundwasser wird zu viel Wasser für unseren täglichen Wasserkonsum entnommen, wodurch unsere Moore, Wälder und Gewässer zunehmend austrocknen. Diese Probleme zeigen, dass Berlin bisher viel zu wenig für den Gewässerschutz tut. Besonders betroffen sind die Kleingewässer, fallen sie doch oft gänzlich aus dem Fokus der Bemühungen. Dabei stellen sie den größten Anteil der mehr als 600 Wasserlebensräume in Berlin. Alleine die kleinen Wasserläufe mit einem Einzugsgebiet von unter 10 km² machen knapp 70 Prozent des 650 km langen Fließgewässernetzes unserer Stadt aus.

Unsere Projektziele im Überblick

Mit dem Aktionsnetz Kleingewässer (gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie) möchten wir erreichen, dass wieder mehr für Kleingewässer in Berlin getan wird. Das Aktionsnetz ist ein Bündnis der Umweltverbände BLN, NABU Landesverband Berlin, BUND Berlin, Grüner Liga Berlin, Museum für Naturkunde Berlin und a tip: tap e.V., das sich mit vereinten Kräften dem Schutz von Kleingewässern widmen wird. Es ist zugleich in der bundesweiten Initiative für Kleingewässer aktiv. Das Aktionsnetz soll kontinuierlich durch interessierte Bürger*innen erweitert und gefestigt werden, die sich für Gewässer vor ihrer Haustüre einsetzen möchten.

Das machen wir konkret

Zu diesem Zweck bieten wir öffentliche Weiterbildungs- und Mitmachangebote wie Dialoge am Gewässer zum Ist bzw. Soll-Zustand sowie praktische Gewässerschutzmaßnahmen an, um auf die Situation der Kleingewässer aufmerksam zu machen und das bürgerschaftliche Engagement zu fördern (siehe Termine).

So wählen wir z.B. eine bestimmte Bachstrecke aus und machen uns vor Ort ein Bild von den gewässertypischen Merkmalen, Nutzungen und Beeinträchtigungen. Dazu eingeladen sind neben interessierten Bürger*innen auch die Politik und der Verwaltung sowie Anlieger*innen, um aktuelle Konflikte oder Probleme bei der Gewässeraufwertung gemeinsam zu lösen. Der Austausch soll die Teilnehmenden ermutigen und es ihnen ermöglichen, die Gewässersituation und die Lebensqualität des öffentlichen Raums aktiv mit zu verbessern. Zudem werten wir einzelne Gewässer mit gezielten Maßnahmen auf und fördern damit auch die Biodiversität, z. B. indem wir Uferbefestigungen entfernen, Strömungslenker einbauen oder Bäume pflanzen.

Termine

Am Heidekampgraben, (c) Andrea Gerbode

„Ach du meine Güte“: Radtour und Dialog entlang des Heidekampgrabens (Langer Tag der Stadtnatur), 11. Juni, 14-17 Uhr

Die Radtour führt uns entlang des rund 3,5 km langen Heidekampgrabens von der Spreemündung (Treffpunkt: S Bhf. Treptower Park) bis nach Späthsfelde. Während der Tour wollen wir uns ein Bild vom Graben und vom Karpfenteich machen. An ausgewählten Abschnitten werden wir Untersuchungen der Wasserbeschaffenheit und Tierwelt vornehmen. Dabei ermitteln wir die ökologischen Besonderheiten und Herausforderungen für das Gewässer, stellen Rechtsgrundlagen und ökologische Maßnahmen vor und möchten gemeinsam mit den Teilnehmer:innen Lösungen zum Gewässerschutz besprechen. Anmeldung

 

Kreuzgraben in Pankow (c) BUND Berlin

Dialogveranstaltung: Blaue Perlen in Pankow – Die Rolle der Kleingewässer für Berlin, 10. Sep., 14-17 Uhr

Der Kreuzgraben ist ein zeitweise trocken fallendes Fließgewässer im Bezirk Pankow und mündet südwestlich des Schloßparks Niederschönhausen in die Panke. Er steht beispielhaft für die mehr als 700 Kleingewässer im städtischen Gebiet, die ökologisch verbessert werden müssen. Hier finden vielfältige Nutzungen statt, die sich negativ auf das Gewässer auswirken. Zugleich bietet eine ökologische Aufwertung des Wasserlaufs die Chance, mehr Erholung, Biodiversität und naturnahen Regenrückhalt in Pankow zu schaffen.

Während der Wanderung entlang des etwa 2 km langen Wasserlaufes wollen wir uns mit den MdA Julia Schneider und MdA Benedikt Lux (beide Bündnis 90/ Die Grünen) ein Bild von dem Gewässer machen. An ausgewählten Abschnitten nehmen wir Untersuchungen vor und ermitteln ökologische Besonderheiten und Herausforderungen. Zudem möchten wir uns mit den Anforderungen und Maßnahmen des Gewässerschutzes beschäftigen, um gemeinsame Lösungen zur Aufwertung dieser „Blauen Perle“ und weiterer Pankower Kleingewässer zu besprechen. Nach dem Erreichen des Oberlaufes sind alle Teilnehmenden herzlich dazu eingeladen, mit uns im nahegelegenen Café Agnes Neuhaus einzukehren. Mehr

 

Rückschau

Bericht vom 8. April 2022: Dialogveranstaltung Gewässeruntersuchung im Septimer Becken
Treffpunkt: Septimerstraße 44B, 13407 Berlin | Dauer: 12–17 Uhr

Bericht vom 1. April 2022: Dialogveranstaltung an der Panke, Zingergraben und Kreuzgraben
Treffpunkt: Kinderbauernhof Pinke-Panke, Am Bürgerpark 15-18, 13156 Berlin | Dauer: 15–17 Uhr

 

 

 

Kontakt

Sie wollen mitmachen oder haben Fragen? Dann kontaktieren Sie uns, unter:

kleingewaesser [at] bln-berlin.de

Telefon: (030) 26550864


Das Aktionsnetz Kleingewässer wird gefördert durch die Deutsche Postcode Lotterie


* Zu den Kleingewässern gehören Bäche und Gräben mit einem Einzugsgebiet von unter 10 km² sowie kleine Seen und Teiche mit einer Größe von weniger als 50 ha.